Kühlbandage: vier Arten im Vergleich

Eine Kühlbandage soll dort kühlen, wo es nötig ist, und dabei sitzen bleiben. In Praxis, Klinik und Team gibt es dafür vier gängige Wege: das Eis- oder Gel-Kühlpack, das Kältespray, das Kühlgerät mit Kompression und die Bandage, die mit einer Kühlflüssigkeit getränkt ist. Hier steht, was jede Art braucht und wie sie laut Anleitung angewendet wird.

Liquid Ice e.U., Klosterneuburg · Stand Oktober 2026

Die vier Arten auf einen Blick

Eis- oder Gel-Kühlpack Kältespray Kühlgerät mit Kompression Liquid Ice Bandage
Woher die Kälte kommt Eis oder Gel aus Gefrierfach oder Kühlschrank Flüssiggas, das beim Verdampfen kühlt Eiswasser im Gerät oder ein Kühlaggregat, je nach Modell Kühlflüssigkeit in der Bandage, sie kühlt beim Verdunsten
Vorbereitung Laut Packung vorkühlen, in Tuch oder Schutzhülle wickeln Dose schütteln Gerät mit Wasser und Eis befüllen, Schlauch und Manschette anschließen In der Dose tränken, über der Dose auswringen
Anwendung laut Anleitung Höchstens rund 20 Minuten am Stück, dann Pause Aus mindestens 15 bis 20 cm Abstand wenige Sekunden sprühen Rund 30 Minuten, danach mindestens 30 Minuten Pause Straff anlegen, Ende oben fest einstecken
Kompression Nur mit zusätzlicher Binde Keine Ja, über die Manschette Ja, in derselben Bandage
Bewegung während der Anwendung Pack wird gehalten oder festgebunden Ja Per Schlauch am Gerät, das auf Boden oder Tisch steht Ja, ohne Gerät und ohne Schlauch
Lagerung Gefrierfach oder Kühlschrank Raumtemperatur Gerät im Raum, Eis aus dem Tiefkühler Raumtemperatur

Eis- oder Gel-Kühlpack

  • Woher die Kälte kommt: Eis oder Gel aus Gefrierfach oder Kühlschrank
  • Vorbereitung: Laut Packung vorkühlen, in Tuch oder Schutzhülle wickeln
  • Anwendung laut Anleitung: Höchstens rund 20 Minuten am Stück, dann Pause
  • Kompression: Nur mit zusätzlicher Binde
  • Bewegung während der Anwendung: Pack wird gehalten oder festgebunden
  • Lagerung: Gefrierfach oder Kühlschrank

Kältespray

  • Woher die Kälte kommt: Flüssiggas, das beim Verdampfen kühlt
  • Vorbereitung: Dose schütteln
  • Anwendung laut Anleitung: Aus mindestens 15 bis 20 cm Abstand wenige Sekunden sprühen
  • Kompression: Keine
  • Bewegung während der Anwendung: Ja
  • Lagerung: Raumtemperatur

Kühlgerät mit Kompression

  • Woher die Kälte kommt: Eiswasser im Gerät oder ein Kühlaggregat, je nach Modell
  • Vorbereitung: Gerät mit Wasser und Eis befüllen, Schlauch und Manschette anschließen
  • Anwendung laut Anleitung: Rund 30 Minuten, danach mindestens 30 Minuten Pause
  • Kompression: Ja, über die Manschette
  • Bewegung während der Anwendung: Per Schlauch am Gerät, das auf Boden oder Tisch steht
  • Lagerung: Gerät im Raum, Eis aus dem Tiefkühler

Liquid Ice Bandage

  • Woher die Kälte kommt: Kühlflüssigkeit in der Bandage, sie kühlt beim Verdunsten
  • Vorbereitung: In der Dose tränken, über der Dose auswringen
  • Anwendung laut Anleitung: Straff anlegen, Ende oben fest einstecken
  • Kompression: Ja, in derselben Bandage
  • Bewegung während der Anwendung: Ja, ohne Gerät und ohne Schlauch
  • Lagerung: Raumtemperatur

Eis- oder Gel-Kühlpack

Das Kühlpack bringt starke Kälte und braucht dafür ein Gefrierfach oder einen Kühlschrank. Gel-Packs werden laut Packung vorgekühlt, oft mindestens zwei Stunden im Gefrierfach. Auf die Haut kommt es nie direkt, sondern in einem Tuch oder in der Schutzhülle.

Typische Anleitungen begrenzen die Anwendung auf höchstens rund 20 Minuten am Stück, danach folgt eine Pause. Wer länger kühlen will, wechselt das Pack. Kompression gibt es nur mit einer zusätzlichen Binde.

Kältespray

Ein Kältespray ist ein Flüssiggas in der Sprühdose. Die Kälte entsteht in Sekunden, wenn es verdampft, und sie hält entsprechend kurz. Laut Dose wird aus mindestens 15 bis 20 cm Abstand wenige Sekunden direkt auf die Haut gesprüht und bei Bedarf wiederholt. Zu nah oder zu lange darf es nicht sein.

Kompression gibt das Spray keine. Es ist schnell zur Hand, für den ersten Moment.

Kühlgerät mit Kompression

Kühlgeräte geben Kälte und Kompression über eine Manschette ab, je nach Modell einstellbar. Laut Handbuch eines verbreiteten Geräts steht das Gerät während der Anwendung auf einer stabilen Fläche, etwa auf dem Boden oder einem Tisch, und ein Schlauch führt zur Manschette. Befüllt wird es mit Wasser und Eis, betrieben am Netzteil oder mit einem Akku. Andere Modelle kühlen ohne Eis mit einem eingebauten Kühlaggregat am Stromnetz.

Dasselbe Handbuch nennt als häufigste Empfehlung mehrmals täglich rund 30 Minuten, mit mindestens 30 Minuten Pause dazwischen, und empfiehlt eine Kleidungsschicht zwischen Manschette und Haut.

Bandage mit Kühlflüssigkeit: Liquid Ice

Liquid Ice ist eine Kühlflüssigkeit, die über Verdunstung kühlt. Die Bandage wird in der Dose getränkt, über der Dose ausgewrungen, bis sie feucht und nicht mehr tropfnass ist, und straff angelegt. Kühlung und Kompression kommen aus derselben Bandage, ohne Gerät, ohne Schlauch und ohne Eis. Die Dose lagert bei Raumtemperatur.

An der getränkten Bandage gemessen: 5,8 °C kühlere Haut, und nach zwei Stunden kühlt es noch. Gemessen hat Dermatest in Münster, an 20 Probanden. Eis ist kälter. Für kurze, starke Kälte bleibt es die einfache Wahl. Liquid Ice ist für die Stunden nach dem ersten Kühlpack gedacht, in denen der Patient in Bewegung bleiben soll.

Zur Self Cooling Bandage (Dose mit Bandage) · Zur Active Ice Bandage (fertig getränkt im Beutel)

Kühlbandage fürs Knie

Am Knie zählt, dass die Bandage hält, während der Patient geht oder sitzt. Gewickelt wird unterhalb des Knies beginnend spiralförmig nach oben, leicht überlappend und straff, das Ende oben fest eingesteckt. Ist die Bandage trocken, wird sie aufgerollt, wieder in die Dose getaucht, ausgewrungen und erneut angelegt.

Kühlbandage am Knie anlegen: Schritt für Schritt

Kühlpack-Alternative: kühlen ohne Gefrierfach

Ist nach einem Sturz oder Umknicken kein Kühlpack und kein Kühlakku im Haus, gibt es vier Möglichkeiten:

  • Tiefkühlgemüse im Geschirrtuch. Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt als Alternative zum Kühlpack einen Beutel gefrorenes Gemüse, in ein Geschirrtuch gewickelt, für bis zu 20 Minuten alle zwei bis drei Stunden (NHS, Sprains and strains). Nie direkt auf die Haut.
  • Kaltes, nasses Tuch. Das Erste-Hilfe-Handbuch der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nennt neben Kältesofortkompressen und Eisbeuteln „einfach kalte Umschläge“ (DGUV Information 204-007). Das Tuch in kaltes Wasser tauchen, leicht auswringen, auflegen und alle paar Minuten neu tränken, damit es kalt bleibt (St John Ambulance).
  • Kältespray. Nur so, wie es auf der Dose steht, mit Abstand und wenigen Sekunden Sprühzeit (siehe oben). Dasselbe DGUV-Handbuch rät bei Muskel- und Gelenkverletzungen von Vereisungssprays ab, weil sie sich „nicht für eine tiefenwirksame und anhaltende Kühlung“ eignen.
  • Bandage mit Kühlflüssigkeit. Sie braucht weder Gefrierfach noch Kühlschrank und lagert bei Raumtemperatur. Die Self Cooling Bandage wird in der Dose getränkt, die Active Ice Bandage liegt fertig getränkt im Beutel. Kühlung und Kompression in einer Bandage. Nicht auf offene Wunden, frische Narben oder gereizte Haut, und weg von den Augen.

Wer beim Sturz ein Knacken gehört hat, eine Fehlstellung sieht, Taubheit oder Kribbeln spürt, blau-graue oder kalte Haut bemerkt oder nicht auftreten kann, lässt die Verletzung sofort ärztlich abklären, im Notfall über 112 (in Österreich 144). Wie lange und wie oft gekühlt wird, sehen die Quellen unterschiedlich: Prellung kühlen: wie lange?

Im Winter: kühlen in der Hütte, nicht auf der Piste

Draußen bei Minusgraden und Wind bleibt die getränkte Bandage in der Dose oder im Beutel, denn eine nasse Bandage kann die Haut dort zu stark auskühlen. Angelegt wird sie drinnen: in der Hütte, in der Unterkunft, zu Hause oder im Auto. Was in der ersten Stunde nach einem Skiunfall am Knie zu tun ist, steht in Skiunfall am Knie: was tun? Um Stürze auf Glatteis geht es in Sturz auf Glatteis: Prellung oder Bruch?

Hygiene beim Patientenwechsel

Medizinprodukte, die nur mit intakter Haut in Berührung kommen, gelten nach der Empfehlung von KRINKO und BfArM als unkritisch. Ein wiederverwendbares Kühlpack dieser Art wird vor dem nächsten Patienten gereinigt und desinfiziert.

Mit Liquid Ice bekommt jeder Patient eine frische Bandage. Die gebrauchte wird bei 30 °C gewaschen und zum Trocknen aufgehängt, beim Waschen bekommt sie ihre volle Elastizität zurück.

Häufige Fragen

Muss die Liquid Ice Bandage in den Kühlschrank?

Nein. Dose und Bandage lagern bei Raumtemperatur. Die Dose bleibt gut verschlossen, damit Liquid Ice nicht verdunstet.

Wie lange kühlt die Bandage?

Die Kühlung hält, solange der Stoff feucht ist. Gemessen an der getränkten Bandage: nach zwei Stunden kühlt es noch.

Ist Liquid Ice so kalt wie Eis?

Nein, Eis ist kälter. Liquid Ice kühlt angenehm, gibt dabei Kompression und braucht weder Gefrierfach noch Gerät.

Brauche ich Strom oder ein Gerät?

Nein. Die Bandage kühlt durch Verdunstung, ohne Strom, ohne Eis und ohne Schlauch.

Für wen ist das gedacht?

Für Praxen, Kliniken, Physiotherapie und Teams. Wir schicken Ihnen ein paar Muster zum Anschauen und rufen Sie danach an. Muster und Rückruf anfragen

Ratgeber: richtig kühlen

Dieser Vergleich ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Kategorien statt Marken. Grundlage sind die veröffentlichten Gebrauchsanweisungen typischer Kühlpacks, Kältesprays und Kühlgeräte, die in Österreich und Deutschland erhältlich sind (Stand Oktober 2026); Einzelheiten hängen vom Modell ab, die Quellen schicken wir auf Anfrage. Hygiene: KRINKO/BfArM-Empfehlung „Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten“, Bundesgesundheitsblatt 2012; 55:1244–1310. Messung: Dermatest GmbH, Münster, 2008, 20 Probanden, getränkte Bandage. Das Messprotokoll

Kühlpack-Alternative: NHS „Sprains and strains“ (gelesen 02.11.2026); DGUV Information 204-007 „Handbuch zur Ersten Hilfe“, Kapitel Sport- und Spielverletzungen (gelesen 02.11.2026); St John Ambulance „How to use a cold compress or ice pack“ (ärztlich geprüft 28.04.2025, gelesen 02.11.2026).

Fragen? Schreib uns: hello@liquidice.com