Kühlende Kleidung: Welche Kleidung kühlt wirklich bei Hitze?

Verdunstung, gespeicherte Kälte, Reflexion: wie Kleidung kühlt, was auf dem Etikett steht und was bei der Arbeit gilt.

Von Liquid Ice 7 Min. Lesezeit ·
Liquid Ice wird mit dem Pumpsprüher auf ein schwarzes Schweißband am Handgelenk gesprüht

Ja, es gibt Kleidung, die kühlt. Sie arbeitet auf einem von drei Wegen: Wasser im Stoff verdunstet und nimmt dabei Wärme von der Haut mit. Eis- und PCM-Westen geben gespeicherte Kälte ab. Reflektierende Stoffe halten Sonnenstrahlung ab. Ein Funktionsshirt erzeugt selbst keine Kälte, es hilft nur dem Schweiß, schneller zu verdunsten.

Gibt es Kleidung, die kühlt?

Der Körper kühlt sich bei Hitze vor allem über Schweiß. Wenn Wasser auf der Haut verdunstet, braucht es dafür Wärme, und die kommt von der Haut: bei 37 °C rund 2.430 Kilojoule für jedes Kilogramm Wasser, das verdunstet. Hohe Luftfeuchte bremst die Verdunstung, Wind hilft ihr.

Kleidung kann diesen Vorgang bremsen oder unterstützen. Deshalb fühlt sich ein nasses Shirt an einem heißen Tag kühl an. Jan Beringer, Experte für Bekleidungsphysiologie bei den Hohenstein Laboratories, rät, die körpereigene Kühlung zu unterstützen, „indem Sie Ihre Kleidung anfeuchten, entweder durch den eigenen Schweiß oder mit Wasser“. Auch der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt bei Hitze, kühles Wasser auf Haut oder Kleidung zu geben.

Zwei Dinge entscheiden, ob das funktioniert:

  • Der Stoff: Auf Synthetikfasern verdunstet Schweiß laut Beringer viel effektiver, weil er nicht in die Faser eindringt, sondern nur die Oberfläche benetzt. Baumwolle saugt Feuchtigkeit auf, dann verdunstet kaum etwas.
  • Der Sitz: Der Stoff soll eng anliegen, damit der Kühleffekt über die Haut ankommt.

Kühlshirt, Kühlweste, Kühltuch, Kühlarmband: die Typen

Die Fachliteratur unterscheidet Kühlkleidung ohne Strom (Eis, Phasenwechselmaterial, reflektierende Stoffe) und mit Strom (Lüfter, Schläuche mit gekühlter Flüssigkeit, thermoelektrische Elemente). Dazu kommt alles, was mit Wasser und Verdunstung arbeitet. Im Alltag bei der Arbeit und beim Sport begegnen Ihnen vor allem diese Typen:

Typ So kühlt es Braucht Sitzt an
Funktionsshirt leitet Schweiß an die Oberfläche, dort verdunstet er eigenen Schweiß Oberkörper
Kühlshirt zum Anfeuchten Wasser im Stoff verdunstet Wasser Oberkörper
Verdunstungs-Kühlweste Wasser in der Weste verdunstet Wasser und Luftbewegung Oberkörper
PCM-Weste Einsätze schmelzen bei einer festen Temperatur und nehmen dabei Wärme auf Kühlschrank, Gefrierfach oder Eiswasser Oberkörper
Eis- oder Gelweste gefrorene Elemente geben Kälte ab Gefrierfach Oberkörper
Kühltuch, Kühlnackentuch Wasser im Tuch verdunstet Wasser Nacken
Kühlkappe, angefeuchteter Nackenschutz Wasser verdunstet Wasser Kopf und Nacken
Shirt, Schweißband oder Bandage mit Liquid Ice Liquid Ice im Stoff verdunstet die Flasche wo Sie sprühen: Oberkörper, Kragen, Handgelenk, Gelenke
Weste oder Jacke mit Lüfter oder Kühlschläuchen Luft oder gekühlte Flüssigkeit strömt durch die Kleidung Akku oder Kühlgerät Oberkörper

Westen im Vergleich, mit ihren Vor- und Nachteilen: Kühlweste oder Kühlflüssigkeit?

Was „kühlend“ auf dem Etikett meint

Auf dem Etikett steht „kühlend“ für ganz verschiedene Dinge. Meist steckt eine von vier Eigenschaften dahinter:

  • Kontaktkühle („cool touch“): Der Stoff fühlt sich beim Anziehen kühl an, weil er Wärme schnell von der Haut ableitet. Gemessen wird das als qmax, die höchste Wärmeabgabe im Moment des ersten Kontakts, zum Beispiel nach der japanischen Norm JIS L 1927. Der Wert beschreibt diesen ersten Moment, nicht eine Schicht auf der Baustelle.
  • Feuchtetransport („quick dry“): Die Faser leitet Schweiß nach außen, wo er schneller verdunstet. Gekühlt wird durch den Schweiß, nicht durch den Stoff.
  • Phasenwechselmaterial (PCM) im Garn: winzige Kapseln, die bei einer bestimmten Temperatur schmelzen und dabei Wärme aufnehmen. Sie puffern Temperaturspitzen, ihre Kühldauer ist begrenzt.
  • Reflektierende Stoffe: Sie werfen Sonnenlicht zurück und geben Wärme als Strahlung ab, damit sich die Kleidung in der Sonne weniger aufheizt.

UV-Schutz auf dem Etikett heißt Schutz vor Sonnenbrand, nicht Kühlung. Für Arbeit im Freien ist er in Österreich trotzdem vorgeschrieben (§ 5 Abs. 2 Hitze-V).

Jedes Shirt zum Kühlshirt machen: Liquid Ice aufsprühen

Liquid Ice wird mit dem Pumpsprüher auf ein eng anliegendes schwarzes Shirt gesprüht

Liquid Ice nutzt dasselbe Prinzip wie ein nasses Shirt, nur mit einer Flüssigkeit aus Wasser, denaturiertem Alkohol, Menthol und Campher statt Leitungswasser. Sie sprühen sie mit dem Pumpsprüher satt auf ein eng anliegendes Shirt, ein Trikot, den Kragen oder ein Schweißband, bis der Stoff sichtbar feucht ist. Beim Verdunsten nimmt die Flüssigkeit Wärme von der Haut mit. Kein Strom, kein Eis, kein Kühlschrank: Die Flasche lagert bei Raumtemperatur.

An der getränkten Bandage gemessen: 5,8 °C kühlere Haut, und nach zwei Stunden kühlt es noch. Auf dem Shirt ist das nicht gemessen. Dort kühlt Liquid Ice, solange der Stoff feucht ist; wird es warm, sprühen Sie nach.

Sicher anwenden: Liquid Ice nicht großflächig auf die blanke Haut sprühen und von den Augen fernhalten. Es enthält Alkohol, also nicht in der Nähe von offenem Feuer und nicht bei Schweiß-, Flämm- oder Asphaltierarbeiten verwenden. Unter dichter Schutzkleidung oder Folie verdunstet nichts, dort kühlt es nicht.

Kühlende Kleidung bei der Arbeit

In Österreich nennt die Hitzeschutzverordnung „kühlende Kleidung“ ausdrücklich als persönliche Maßnahme für Arbeit im Freien (§ 4 Abs. 1 Hitze-V). Die Arbeitsinspektion versteht darunter zum Beispiel Kühlwesten, Kühlkappen und Kühlnackentücher, ihre Checkliste fragt: „Kann kühlende Kleidung verwendet werden?“. Eine allgemeine Pflicht, Arbeitskleidung zu stellen, schafft die Verordnung nicht; die Kleidung muss aber zum Schutzziel passen. UV-Schutzkleidung muss der Arbeitgeber dagegen zur Verfügung stellen: mindestens T-Shirt bis zur Mitte des Oberarms und Hose bis zum Knie.

In Deutschland empfiehlt der Ausschuss für Arbeitsstätten (ASTA), luft- und wasserdampfdurchlässige Kleidung zu bevorzugen, damit Schweiß gut verdunstet. Vorgeschriebene Schutzkleidung bleibt an, auch bei Hitze; die Schichten darunter sollen dann weniger warm sein. Dazu nennt die Empfehlung die Kopfbedeckung mit angefeuchtetem Nackenschutz, Kühlwesten oberhalb einer Beurteilungstemperatur von 35 °C und für den Pausenbereich Eintauchbecken zum Kühlen der Unterarme.

In beiden Ländern gilt dieselbe Reihenfolge: Kühlende Kleidung ist eine persönliche Maßnahme und kommt nach Schatten, Arbeitszeit und Pausen, nicht statt ihnen. Für ganze Crews gibt es Liquid Ice im 25-Liter-Kanister: Für Praxen & Teams. Wie Sie das alles für Ihren Betrieb festhalten, zeigt unsere kostenlose Hitzeschutzplan-Vorlage. Die Rechtslage im Überblick: Hitzeschutz am Arbeitsplatz und Hitzeschutzverordnung: was gilt, was kühlt.

Und beim Sport?

Dasselbe Prinzip: ein leichtes, eng anliegendes Funktionstrikot statt Baumwolle, und Wasser übers Trikot. Sich die Trinkflasche übers Trikot zu schütten, sei „gar keine schlechte Idee“, schreibt aktiv-online im Bericht mit dem Hohenstein-Experten. Liquid Ice sprühen Sie vor dem Start auf Shirt oder Band; beim Laufen und Radfahren hilft der Fahrtwind beim Verdunsten. Mehr dazu im Ratgeber Training bei Hitze.

Häufige Fragen zu kühlender Kleidung

Welche Kleidung kühlt bei Hitze am besten?

Eine einzelne beste gibt es nicht. Die Basis ist leichte, luftdurchlässige Kleidung, die eng genug anliegt. Für den ganzen Oberkörper über viele Stunden tragen Westen am meisten Wasser oder gespeicherte Kälte mit sich. Für Nacken, Arme und Handgelenke reichen ein Tuch, ein Band oder ein besprühter Kragen.

Ist Baumwolle oder Funktionsstoff bei Hitze besser?

Für die Verdunstung Funktionsstoff. Baumwolle saugt Schweiß auf und hält ihn, auf Synthetikfasern verdunstet er effektiver, so Jan Beringer von den Hohenstein Laboratories.

Wie lange kühlt ein nasses Shirt?

Solange es feucht ist. Wie schnell es trocknet, bestimmen Hitze, Luftfeuchte, Wind und Anstrengung. Bei Schwüle verdunstet weniger, dann kühlt es auch weniger.

Ist kühlende Kleidung bei der Arbeit Pflicht?

In Österreich verlangt die Hitzeschutzverordnung ein Maßnahmenprogramm und nennt kühlende Kleidung als Beispiel für persönliche Maßnahmen. Welche Sie festlegen, ergibt sich aus Ihrer Evaluierung. In Deutschland gibt es keine ausdrückliche Pflicht; die ASTA-Empfehlung nennt Kleidung, Nackenschutz und Kühlwesten als Beispiele.

Kann man Liquid Ice unter Schutzkleidung tragen?

Unter dichter Schutzkleidung oder Folie verdunstet nichts, dort kühlt es nicht. Am besten auf Shirt, Kragen oder Band, wo Luft hinkommt, oder in den Pausen.

Braucht Liquid Ice einen Kühlschrank?

Nein. Liquid Ice kühlt durch Verdunstung, nicht durch gespeicherte Kälte. Die Flasche lagert bei Raumtemperatur und bleibt gut verschlossen.

Kälte zum Anziehen

Eine Flasche, satt aufs enge Shirt, aufs Trikot oder aufs Schweißband. Liquid Ice 500 ml ansehen

Quellen

Messung: Getränkte Bandage · Dermatest GmbH, Münster · 20 Probanden · Infrarot · 120 Min. · 2008 · verglichen mit der eigenen Ausgangstemperatur jeder Person. Zum Protokoll

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